Hochstand V. – Das Grunzen der Wildschweine

Felicitas und ihr blaues Klappfahrrad lehnten an einem verfallenen Stadl aus morschem Holz. Justus befand sich bereits seit 18.30 wieder im Wald und genoss den meteorologischen Herbstbeginn. Er freute sich seit einem Monat auf das herannahende Sommerende, um endlich seine nagelneue Hochstand-Sauna gebührlich einzuweihen. Dazu hatte er die Marketenderinnen der örtlichen Musikkapelle eingeladen. Diese kamen … Weiterlesen Hochstand V. – Das Grunzen der Wildschweine

Champagnernebel

Dem in Würde gealterten Marc – so seine Einschätzung - fiel schon öfter auf, dass durch das Öffnen mehrerer größerer Champagnerflaschen eine Art Nebel entsteht, der bereits eine sehr betörende Wirkung erzeugt. Seit dieser Entdeckung sind seine Affären deutlich in Quantität und Qualität gestiegen. Seine Kurzzeitgeliebten fühlen sich für ihn wie eine kleine Wellnessauszeit seiner … Weiterlesen Champagnernebel

Flachgau Western

1867. Mike, ein von Furchen gezeichneter, mittelaltriger Typ, kaute Tabak und schielte auf die Straße. Es wehten einige Blätter durch die verlassene Straße und eine alte Zeitung. Von weitem sah er ihn kommen, auf einem schwarzen Pferd, den Stern erkannte er glitzernd in der Sonne. Hatte er ihn also aufgestöbert, von Ort zu Ort war … Weiterlesen Flachgau Western

Champagner und Genossen

Einmal gelangte ich auf einem nächtlichen Spaziergang an einen mir unbekannten Friedhof. Die Flügel des Eingangstores, die im Föhnwind leicht quietschend hin und her wippten, schienen mich hinein zu winken. Irritiert leistete ich der Einladung Folge und betrat das von Laternen erhellte Areal. Ich bemerkte nicht auf den ersten Blick, dass auf diesem Friedhof etwas … Weiterlesen Champagner und Genossen

Fläschlein-Füll-Dich

Mein Vater hatte mich verstoßen. In der Fremde erlernte ich das Handwerk des Glasers. Am Ende meiner Ausbildungszeit schenkte mir mein Meister ein Fläschlein-Füll-Dich als eine besondere Belohnung für seinen besten Schüler. Ich lüftete meinen Hut zum Gruß und zum Dank, ehe ich mich auf den Weg machte, um nach Hause zurückzukehren. Das Fläschlein-Füll-Dich füllte … Weiterlesen Fläschlein-Füll-Dich

Immer nur Champagner

Bruno, ein erfolgreicher Politiker, wetterte seit geraumer Zeit gegen sämtliche Privilegien, die Politiker so hätten. Er hätte genug vom Champagner, von öden Empfängen und Einladungen zu Reisen. Es müsste doch mehr geben und er kam auf die Idee, mehr die Sprache des Volkes zu sprechen. Abends zog er durch Gasthäuser, Spelunken und ältere Pubs. Schnell … Weiterlesen Immer nur Champagner

Luxusnacht

Ich bin mittlerweile doch als alt zu bezeichnen, zumindest behaupten das immer alle anderen, wobei ich mich gar nicht so fühle. Mit 73 fängt das Leben doch als Milliardär erst richtig an. Jedenfalls kam ich vor zwei Tagen von meinem Schönheitschirurgen, um das eine oder andere Fältchen zu glätten. Schließlich möchte ich neben meiner neuen … Weiterlesen Luxusnacht

Met versus Champagner

Trulla von Huchz, die mit ihrem Mann Dillo auf der Burg Huchzenstein in Mecklenburg-Vorpommern lebte, war zeit ihres Lebens betucht genug, um sich nicht mit schnöder Erwerbsarbeit abmühen zu müssen. Das Paar verband neben weniger Bedeutsamem besonders die gemeinsame Liebe zu den Opern Richard Wagners. Anlässlich ihrer Hochzeit hatten sie sich, um aufkeimende Langeweile gleich … Weiterlesen Met versus Champagner

Abschied von der Bourgeoisie

Vor ein paar Wochen wurde ich von meinem Zwillingsbruder Theophil, der wie ich Historiker ist, in das thüringische Nest Vieselbach zitiert, einen Ortsteil der Landeshauptstadt Erfurt. Ich solle mich dort zum Bahnhof begeben, den Bahnsteig bis zu seinem Ende abschreiten und danach ein paar Kilometer in südwestlicher Richtung den Gleisen folgen, bis ich rechter Hand … Weiterlesen Abschied von der Bourgeoisie

Curling

Kuno, Bruno, Olaf und ich waren eine Gruppe von Totalversagern, von denen keiner jemals irgendetwas auf die Reihe brachte. Wir verdienten kein Geld, bildeten uns nicht weiter, pflanzten uns nicht fort und leisteten auch sonst nichts, was die Gesellschaft, der wir angehörten, auf irgendeine Weise unterstützte. Das einzige, was uns vier zusammenhielt, war der Umstand, … Weiterlesen Curling