Lätzchen

Der selbständige Handelsvertreter Zecker band sich ein schweinchenrosafarbe­nes Lätzchen um den Hals und begab sich in die Undank Bar in Brunsbüttel, wo er sich an seinem Stammplatz am Tresen niederließ. Dem ehemaligen Leichtmat­ro­sen Hein Pellworm, der auf dem Hocker neben Zecker saß und sein fünfzehn­tes Pils in gleichmäßigen Schlucken in sich hineinlaufen ließ, fiel das … Weiterlesen Lätzchen →

Absacker

Das Pferd und der Pinguin sitzen am Tresen in der Bar. Der Pinguin ist bereits sternhagelvoll. "Es wird Zeit, dass wir nach Hause fliegen", wiehert das Pferd mahnend, das auch bereits tüchtig getankt hat, "sonst passiert womöglich noch ein Unglück." "Nur noch einen Absacker", bettelt der Pinguin, "komm schon!" Das Pferd bläht seufzend die Nüstern. … Weiterlesen Absacker →

Herta

„Ich heiße Noooooorbert“, lallte mein Freund in der Innenstadtbar, die für bestes Weißbier bekannt ist. „Herta“, wiederholte sie zum siebten Mal. Ich wies ihn nochmals hin, dass er sich bereits vorgestellt hatte. Dieser Vorgang wiederholte sich bei jedem Weißbier unaufhörlich von Neuem. Herta nahm es mit Humor. „Ich heieiße…“, setzte Norbert an während Herta ihn … Weiterlesen Herta →

In der Undank Bar

"Can you hear me, Major Tom?", singt David Bowie in voller Lautstärke aus den Boxen in der zum Bersten vollen Undank Bar, die im Zentrum von Brunsbüttel gerade neu aufgemacht hat. "Was?", fragt der ehemalige Leichtmatrose Hinkel am Tresen seinen Nebenmann, der irgendetwas zu ihm gesagt hat. "Ich hab dich nicht verstanden, es ist so … Weiterlesen In der Undank Bar →

Mezkal

Ich sah, dass aus dem Boden vor mir ein seltsamer Schlauch ragte, den ich ins­tink­tiv tierischem Ursprung zuschrieb. Ich bat meinen Faunaberater um seine Ein­schätzung. Ich liege völlig richtig, sagte mein Berater, der Schlauch sei der hohle abgestorbene Leib eines Wurms, an dessen sich im Erdreich nicht selten ein Wurmloch befinde. Ich zog den Schlauch, … Weiterlesen Mezkal →

Unschmusbar

Als Universitätsprofessor an der Akademie der bildenden Künste in Wien beschäftige ich mich mit verschiedenen Einflüssen und Theorien. Gerade angehende Künstlerinnen legen Wert auf meine Expertise und diese vertiefe ich oft in verschiedenen Bars, meist im zweiten Bezirk. Wie auch bei vielen anderen Berufen färbt diese intensive Beschäftigung auch auf das Privatleben ab. So habe … Weiterlesen Unschmusbar →

Wunderbar

Seit mittlerweile zwei Jahrzehnten gibt es „Le Fou“ mitten in unserer kleinen Stadt. Eine herrliche After-Work-Bar, also après le travail-Bar, die ich regelmäßig frequentiere. Als verheirateter Mann sind das willkommene Auszeiten und „Le Fou“ ist auch für Dates wunderbar geeignet. Vermutlich war es meinem fortgeschrittenen Alter und meinem geschäftlichen Erfolg geschuldet, dass ich übermütig wurde … Weiterlesen Wunderbar →

Kowalski

Kowalski beanspruchte in der leeren Bar drei Plätze an der Theke, stellte auf den Hockern zu sei­ner Linken und zu seiner Rechten zwei unterschiedliche Behältnisse ab und wuch­tete seinen mächtigen Hintern auf den mittleren Sitz. "Moment", protes­tierte der Barkeeper. "Drei Hocker? So geht das nicht! Wie viele bist du denn?" "Ich bin einer mit zwei … Weiterlesen Kowalski →

Bareröffnung

Geneigte Leserinnen und Leser, wir haben uns im Sommer extrem gut erholt und werden uns nun rein aus literarischen Zwecken nicht nur in diverse Bars begeben, um Ihnen dort Einblicke zu gewähren, die sonst nur einer eingeschworenen Klientel vorbehalten sind, sondern auch den Wortstamm „bar“ noch anderweitig beleuchten. Bitte verzeihen Sie Rechtschreib-, Logik- und grammatikalische … Weiterlesen Bareröffnung →

Wie Pudding und Radieschen

Nach Erlangung seines Abschlussdiploms an der Tubaschule Cuxhafen begab sich der Tubist Trötel, wie es sich für frisch ausgebildete Blasmusiker gehört, auf Wanderschaft. Im italienischen Poggibonsi machte er die Bekanntschaft des leicht unterbelichteten Trianglisten Tunkerbell, der, obwohl er kein Abschluss­dip­lom einer Triangelschule vorweisen konnte, schon seit Jahren unterwegs war und der Trötel von da an … Weiterlesen Wie Pudding und Radieschen →

Hasensilvester

Die Bürgermeisterin hatte die Silvesterknallerei abgeschafft – zumindest auf dem Papier. „Gib mir vier Packungen von den großen Raketen, fünf Teufelsbatterien und 50 Satansknaller“, verkündete Norbert fast ehrfürchtig vor dem Feuerwerkscontainer. Dreimal musste er zum Auto zurück, bis alles verstaut war. Ein logistischer Kraftakt, den man nur mit ausreichend innerer Überzeugung bewältigt, was beim Müll-Hinaustragen … Weiterlesen Hasensilvester →