Das Pferd und der Pinguin sitzen am Tresen in der Bar. Der Pinguin ist bereits sternhagelvoll. "Es wird Zeit, dass wir nach Hause fliegen", wiehert das Pferd mahnend, das auch bereits tüchtig getankt hat, "sonst passiert womöglich noch ein Unglück." "Nur noch einen Absacker", bettelt der Pinguin, "komm schon!" Das Pferd bläht seufzend die Nüstern. … Weiterlesen Absacker
One day
Mit 21 Jahren war ich das erste Mal auf der Wiesn und heuer feiere ich mit Freunden den 50. Oktoberfest-Besuch. Wir fahren statt „Heidi – The Coaster“ die „Münchner Rutschn“. Für uns darf auch das „Geisterschloss“ nicht fehlen. Wir haben traditionell einen Biertisch im Hofbräu-Festzelt reserviert. Wie bereits in den letzten Jahren habe ich eine … Weiterlesen One day
Herta
„Ich heiße Noooooorbert“, lallte mein Freund in der Innenstadtbar, die für bestes Weißbier bekannt ist. „Herta“, wiederholte sie zum siebten Mal. Ich wies ihn nochmals hin, dass er sich bereits vorgestellt hatte. Dieser Vorgang wiederholte sich bei jedem Weißbier unaufhörlich von Neuem. Herta nahm es mit Humor. „Ich heieiße…“, setzte Norbert an während Herta ihn … Weiterlesen Herta
In der Undank Bar
"Can you hear me, Major Tom?", singt David Bowie in voller Lautstärke aus den Boxen in der zum Bersten vollen Undank Bar, die im Zentrum von Brunsbüttel gerade neu aufgemacht hat. "Was?", fragt der ehemalige Leichtmatrose Hinkel am Tresen seinen Nebenmann, der irgendetwas zu ihm gesagt hat. "Ich hab dich nicht verstanden, es ist so … Weiterlesen In der Undank Bar
Mezkal
Ich sah, dass aus dem Boden vor mir ein seltsamer Schlauch ragte, den ich instinktiv tierischem Ursprung zuschrieb. Ich bat meinen Faunaberater um seine Einschätzung. Ich liege völlig richtig, sagte mein Berater, der Schlauch sei der hohle abgestorbene Leib eines Wurms, an dessen sich im Erdreich nicht selten ein Wurmloch befinde. Ich zog den Schlauch, … Weiterlesen Mezkal
Unschmusbar
Als Universitätsprofessor an der Akademie der bildenden Künste in Wien beschäftige ich mich mit verschiedenen Einflüssen und Theorien. Gerade angehende Künstlerinnen legen Wert auf meine Expertise und diese vertiefe ich oft in verschiedenen Bars, meist im zweiten Bezirk. Wie auch bei vielen anderen Berufen färbt diese intensive Beschäftigung auch auf das Privatleben ab. So habe … Weiterlesen Unschmusbar
Wunderbar
Seit mittlerweile zwei Jahrzehnten gibt es „Le Fou“ mitten in unserer kleinen Stadt. Eine herrliche After-Work-Bar, also après le travail-Bar, die ich regelmäßig frequentiere. Als verheirateter Mann sind das willkommene Auszeiten und „Le Fou“ ist auch für Dates wunderbar geeignet. Vermutlich war es meinem fortgeschrittenen Alter und meinem geschäftlichen Erfolg geschuldet, dass ich übermütig wurde … Weiterlesen Wunderbar
Kowalski
Kowalski beanspruchte in der leeren Bar drei Plätze an der Theke, stellte auf den Hockern zu seiner Linken und zu seiner Rechten zwei unterschiedliche Behältnisse ab und wuchtete seinen mächtigen Hintern auf den mittleren Sitz. "Moment", protestierte der Barkeeper. "Drei Hocker? So geht das nicht! Wie viele bist du denn?" "Ich bin einer mit zwei … Weiterlesen Kowalski
Bareröffnung
Geneigte Leserinnen und Leser, wir haben uns im Sommer extrem gut erholt und werden uns nun rein aus literarischen Zwecken nicht nur in diverse Bars begeben, um Ihnen dort Einblicke zu gewähren, die sonst nur einer eingeschworenen Klientel vorbehalten sind, sondern auch den Wortstamm „bar“ noch anderweitig beleuchten. Bitte verzeihen Sie Rechtschreib-, Logik- und grammatikalische … Weiterlesen Bareröffnung
Schonzeit
Liebe Lesende, mit dem Beginn des neuen Jahres tritt die Schonzeit in Kraft. Das Jagdgeflüster legt das Gewehr aus der Hand, zieht sich in die Winterruhe zurück und lauscht einstweilen nur noch dem leisen Knacken des Waldes oder findet sich doch auf der einen oder anderen Faschingsparty. Ob im kommenden Frühling wieder neues Geflüster einzieht, … Weiterlesen Schonzeit
Wie Pudding und Radieschen
Nach Erlangung seines Abschlussdiploms an der Tubaschule Cuxhafen begab sich der Tubist Trötel, wie es sich für frisch ausgebildete Blasmusiker gehört, auf Wanderschaft. Im italienischen Poggibonsi machte er die Bekanntschaft des leicht unterbelichteten Trianglisten Tunkerbell, der, obwohl er kein Abschlussdiplom einer Triangelschule vorweisen konnte, schon seit Jahren unterwegs war und der Trötel von da an … Weiterlesen Wie Pudding und Radieschen
Hasensilvester
Die Bürgermeisterin hatte die Silvesterknallerei abgeschafft – zumindest auf dem Papier. „Gib mir vier Packungen von den großen Raketen, fünf Teufelsbatterien und 50 Satansknaller“, verkündete Norbert fast ehrfürchtig vor dem Feuerwerkscontainer. Dreimal musste er zum Auto zurück, bis alles verstaut war. Ein logistischer Kraftakt, den man nur mit ausreichend innerer Überzeugung bewältigt, was beim Müll-Hinaustragen … Weiterlesen Hasensilvester
Gerüche, Geschenke und Glühwein: Ein unvergesslicher Weihnachtsabend
Noch immer ohne ein einziges Weihnachtsgeschenk irrte Ullrich am 24. Dezember durch die Wiener Einkaufsstraßen. Ein Mann, eine Jagd, ein Scheitern nicht denkbar. Keramikgeschirr für die Mutter – laut einem Künstler „Bitcoin für ältere Menschen“, was Ullrich erstaunlich passend fand. Unterwäsche für die Freundin – rot, obwohl sie violett bevorzugte, aber Weihnachten war schließlich kein … Weiterlesen Gerüche, Geschenke und Glühwein: Ein unvergesslicher Weihnachtsabend
Fabel vom Hasen und seinem Über-Ich
"Wo bin ich?", mümmelte der Hase. "Es ist ziemlich komisch hier, gar nicht hasenkonform." "Du sitzt in der Klemme", sagte sein Über-Ich. "Hättest du nur vorher auf mich gehört!" "Stimmt", mümmelte der Hase, "ich kann mich keinen Spaltbreit bewegen, weder vorwärts noch zurück. Der Raum, in dem ich mich befinde, ist spitz und eng. Als … Weiterlesen Fabel vom Hasen und seinem Über-Ich













