Wie Pudding und Radieschen

Nach Erlangung seines Abschlussdiploms an der Tubaschule Cuxhafen begab sich der Tubist Trötel, wie es sich für frisch ausgebildete Blasmusiker gehört, auf Wanderschaft. Im italienischen Poggibonsi machte er die Bekanntschaft des leicht unterbelichteten Trianglisten Tunkerbell, der, obwohl er kein Abschluss­dip­lom einer Triangelschule vorweisen konnte, schon seit Jahren unterwegs war und der Trötel von da an … Weiterlesen Wie Pudding und Radieschen

Hasensilvester

Die Bürgermeisterin hatte die Silvesterknallerei abgeschafft – zumindest auf dem Papier. „Gib mir vier Packungen von den großen Raketen, fünf Teufelsbatterien und 50 Satansknaller“, verkündete Norbert fast ehrfürchtig vor dem Feuerwerkscontainer. Dreimal musste er zum Auto zurück, bis alles verstaut war. Ein logistischer Kraftakt, den man nur mit ausreichend innerer Überzeugung bewältigt, was beim Müll-Hinaustragen … Weiterlesen Hasensilvester

Gerüche, Geschenke und Glühwein: Ein unvergesslicher Weihnachtsabend

Noch immer ohne ein einziges Weihnachtsgeschenk irrte Ullrich am 24. Dezember durch die Wiener Einkaufsstraßen. Ein Mann, eine Jagd, ein Scheitern nicht denkbar. Keramikgeschirr für die Mutter – laut einem Künstler „Bitcoin für ältere Menschen“, was Ullrich erstaunlich passend fand. Unterwäsche für die Freundin – rot, obwohl sie violett bevorzugte, aber Weihnachten war schließlich kein … Weiterlesen Gerüche, Geschenke und Glühwein: Ein unvergesslicher Weihnachtsabend

Fabel vom Hasen und seinem Über-Ich

"Wo bin ich?", mümmelte der Hase. "Es ist ziemlich komisch hier, gar nicht hasenkonform." "Du sitzt in der Klemme", sagte sein Über-Ich. "Hättest du nur vorher auf mich gehört!" "Stimmt", mümmelte der Hase, "ich kann mich keinen Spaltbreit bewegen, weder vorwärts noch zurück. Der Raum, in dem ich mich befinde, ist spitz und eng. Als … Weiterlesen Fabel vom Hasen und seinem Über-Ich

Einbildung ist auch eine Bildung

"Was treibst du da?" "Sieht man das nicht? Ich jage!" "Jagst du oder treibst du? Ich sehe keinerlei Gerät. Du fuchtelst nur mit deinen leeren Händen!" "Ich jage", wiederholte Beta. "Es ist aber alles streng geheim. Ich habe ein Schweigegelübde abgelegt." "Ein Gelübde?", fragte Alpha ungläubig nach. "Wer verlangt denn ein Gelübde?" "Das Institut für … Weiterlesen Einbildung ist auch eine Bildung

Krampus und die Magie in Wien

Da! Da! Schau!“, brüllte Günther mitten in Wien plötzlich. „Ein Krampus! Das ist doch ein Krampus!“ Aufgeregt hüpfte er von einem Fuß auf den anderen und schoss los wie ein Pfitschipfeil. Vor ihm stand eine Mutter um die dreißig. „Du bist doch ein Krampus, oder?“, fragte er sie mit weit aufgerissenen Augen. „Nein, wieso?“, antwortete … Weiterlesen Krampus und die Magie in Wien

Der Platzhirsch bin ich!

„Schau ma mal“, brummte der Nobelgastronom Günther, der in Salzburg ein schickes Hotel mit gehobenem Restaurant betrieb. „wie lange die sich halten.“ Gemeint war das junge Wirtspaar gegenüber, das gerade das kleine Gasthaus „Genussreich“ mit fünf Gästezimmern eröffnet hatte. Trotz ausdrücklicher Einladung war Günther nicht zur Eröffnungsfeier erschienen – stattdessen warb er an diesem Tag … Weiterlesen Der Platzhirsch bin ich!

Der Pfauenmörder Heckenklesch

Bei den Gebrüdern Schwitzknirscher, die die Imbissbude meines Vertrauens be­treiben, ließ ich mir neulich um die Mittagszeit an der Verkaufstheke eine He­rings­semmel herrichten, in die ich zwecks Geschmacksverfeinerung zwei hauch­dünne Scheiben Avocado hineinreklamierte. Ich bezahlte und wollte gerade den ersten Biss in meine Semmel tätigen, als ein Mann mir auf die Schulter tippte und mich … Weiterlesen Der Pfauenmörder Heckenklesch

Sechs plus eins auf einen Streich

"Zeigen Sie mir Ihren Pass!", forderte der Prüfer den Prüfling auf. "Bitteschön!", erwiderte der Angesprochene und schob das Dokument über die Tischplatte. Der Prüfer schlug es auf. "Sie sind Ausländer, wie? Und Ihr Pass riecht nach Schwefel! Unerhört!" "Was ist unerhört?", fragte der Prüfling. "Dass ich Ausländer bin oder dass mein Ausweis diesen Geruch aussendet?" … Weiterlesen Sechs plus eins auf einen Streich

Bennys außergewöhnliche Rekorde: Ein Leben voller Herausforderungen

„Schau mal, ich kann 49 Weintrauben in 22 Sekunden essen“, schrie der siebenjährige Benny nach seiner Mutter voller Stolz. Ein herbeigerufener Arzt konnte das Schlimmste verhindern – und die restlichen Weintrauben sicherstellen. Mit zwölf Jahren stand er erneut im Mittelpunkt familiärer Krisenintervention: „Sieh nur, ich kann fliegen!“, rief er vom Hausdach, ausgestattet mit zwei selbstgebastelten … Weiterlesen Bennys außergewöhnliche Rekorde: Ein Leben voller Herausforderungen

Jagdtrieb

Kläffend jagte Bruno der Nachbarskatze hinterher, sehr zum Ärger von Michelle. Markus, Brunos Besitzer, meinte nur achselzuckend: „Das ist halt sein Jagdtrieb. Gegen den anzukämpfen, ist von vornherein aussichtslos.“ „Das gefällt dir auch noch?!“, fauchte sie den grinsenden Nachbarn an. Der zuckte lediglich mit den Schultern und pfiff seinen Hund zurück. Zu Michelles Erstaunen gehorchte … Weiterlesen Jagdtrieb

Marlies, Onkel Rudi, Tante Mimi und die Schnepfen

Marlies jagt den ganzen Tag Seifenblasen, bis sie platzen. Sonst tut sie fast nichts. Gelegentlich bohrt sie hingebungsvoll mit dem Finger in der Nase, aber das zählt nicht, sagt Marlies, weil das sowieso jeder macht. "Was soll nur aus dir werden, Kind?", sagt ihr Onkel Rudi, bei dem sie aufwächst. Onkel Rudi ist ein Bruder … Weiterlesen Marlies, Onkel Rudi, Tante Mimi und die Schnepfen

Eine Art Plädoyer

Ich habe das Kennzeichen nicht gesehen, Herr Rat, ich meine, nicht bloß die Buch­staben und Ziffern nicht, die vielleicht gar nicht existiert haben, nein, ich meine auch das Kennzeichen selbst, die nackte, womöglich unbestanzte Blechplatte, die vielleicht auch gar nicht da war, vorschriftswidrigerweise gar nicht angebracht an dem Fahrzeug, das mich wahrscheinlich touchiert hat, in … Weiterlesen Eine Art Plädoyer