Planet der Affen

Wir schreiben das Jahr 2221. Die Menschheit hat sich vor gut hundert Jahren fast selbst vernichtet. Lediglich in Yukon gibt es noch eine kleine Enklave mit ca. 3.000 Menschen, früher einmal mit – 62 Grad einer der kältesten Gegenden der Erde, heute mit mit 37 Grad Jahresdurchschnittstemperatur für Menschen gerade noch geeignet. Diese werden in einer Art Kapsel gehalten, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Länder im eigentlichen Sinne gibt es schon seit über 50 Jahren nicht mehr. Eine intelligente Art von Affen hat das Kommando übernommen und relativ schnell die Nationalstaaten als sinnlos für ihre weiteren Schritte gehalten und somit abgeschafft. So gibt es nur mehr eine Weltregierung, die zentral die wesentlichen Richtlinien vorgibt. Die Regionen haben noch genug Spielraum, um lokale Gegebenheiten zu berücksichtigen. Jane Goodall hatte bereits Anfang des Jahrtausends noch gemeint, dass Affen eventuell die intelligenteren Lebewesen wären. Wie recht sie dabei hatte, konnte sie damals wohl nicht einmal ahnen. Expansen, diese hochentwickelte Affenart und Nachfolger der Schimpansen, haben es geschafft, den Klimawandel in nur einem Jahrzehnt vollständig zu stoppen. Es gibt mittlerweile keine Fortbewegungsart, die auf fossilem Treibstoff basiert. Fahrräder erfreuen sich bei den Expansen größter Beliebtheit, die Solarflugzeuge werden nur in Ausnahmefällen genutzt. Die Zeit der Kriege ist ebenfalls vorbei und Wachstum wird auf qualitativer und geistiger Ebene gepflegt. Überall herrscht somit großes Wohlbefinden. Überall? Nein, diese kleine Menschenenklave in Kanada leistet Widerstand und macht weiter wie vor hundert Jahren.

Die Expansen müssen auf die Menschen daher sehr gut aufpassen und haben des öfteren auch eingegriffen, das letzte Mal als sie eine neue Atombombe bauen wollten. Welches Lebewesen baut sich übrigens seine eigene Falle selbst? Gerade haben sie einen Art Stammesführer in einer Teilorganisation (die Menschen nennen das Konzern) gewählt, den sie als CEO bezeichnen. In seiner Antrittsrede, die auch den Expansen übermittelt wurde, stellte er seine Ziele dar. Er möchte die Enklave erweitern, ggf. auch gegen den Widerstand der Expansen. Der Umsatz sollte verdreifacht werden, wobei den Expansen noch nicht ganz klar war, für was das gut sein sollte. Die Menschen haben doch bereits alles. Sie haben geräumige Unterkünfte, vollgeräumt mit Gegenständen, für die sie aber keine Zeit haben. Meist sind auch nicht in den schön eingerichteten Unterkünften, sondern in merkwürdig kleinen Räumen und sitzen vor Bildschirmen. Manchmal scheint der eine oder andere krank davon zu werden, was sie aber am System nicht zweifeln lässt. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien versuchten die Expansen, dem menschlichen Verhalten auf die Spur zu kommen. Aussichtslos. Längere Zeit hatten sie zwar das Bier in Verdacht, wobei die Menschen auch ohne Bier dieses seltsame Verhalten zu zeigen schienen. Aus diesem Grund haben die Expansen das Bier als legales Getränk auch für sich selbst wieder freigegeben.

Im Dschungel von Borneo hatten in der Zwischenzeit einige Expansen nach dem Genuss von mehreren Bieren eine tolle Idee und wählten eine Art Stammesführer…

Harald, 18. Mai 2019

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