Bierwelt 4.0

Sie waren jung, ambitioniert, anders. Das Büro eine alte Lagerhalle, neu gestaltet, mit Cubes und zentraler Kocheinheit. Jeden Tag ein anderer Arbeitsplatz, Besprechungsräume nach Themengebieten, grüne Wiesen an der Wand. Sie saßen vor Apple-Laptops, die mittels Docking-Station an großen Bildschirmen angeschlossen waren. Natürlich alle perdu, per du. Großraumbüro, mittels Raumteiler abgeschlossen, Wohlfühloasen. Der obligatorische Wuzzler … Weiterlesen Bierwelt 4.0

Herbstbockbier

Rauschen. Blätter. Wald. Später Herbst. 1890. Natürlich wahre Begebenheit. Ein Braugeselle hatte trotz weit vorgeschrittener Herbstzeit einige Bierfässer im Freien der Brauerei vergessen. Es war bereits frostig, sodass das Gebräu in den Fässern gefror. Drei Tage später erst wurden die fehlenden Fässer im Freien entdeckt. Der Braumeister war vor Wut außer sich, vermutlich ... Haben … Weiterlesen Herbstbockbier

Pest und Cholera

Nur unter stummem innerem Protest pfiff Goldwaaginger das Rückspiel zwi­schen dem SV Größenwahn und dem Gastgeber Normalia Nüchtern überhaupt an. Das Hinspiel hatten die Größenwahner, die von der gleichnamigen Brauerei gesponsert wurden, zu Hause mit 0:1 verloren, und er, Goldwaaginger, hatte in der 89. Minute einen fragwürdigen Handelfmeter gegen die Größenwahner ge­geben, der alles entschieden … Weiterlesen Pest und Cholera

Nahbiererlebnis

Einmal, als die berühmte Rallye noch von Paris nach Dakar führte, nahm Fetzer teil, auf eigene Faust und Rechnung. Er hatte seinen kleinen gelben Peugeot privat aufgemotzt und jedes freie Fleckchen auf dem Lack mit Aufklebern der St. Größenwahner Brauerei versehen, in der Hoffnung auf ein wenig finanzielle Unterstützung. Fetzer wurde jedoch vom Eigentümer der … Weiterlesen Nahbiererlebnis

Eine Bierografie

Irene Hopfer, engagierte Studentin der vergleichenden Abstinenzwissenschaften, stand einst vor dem berüchtigten siebten, dem sogenannten Biersemester. Schon im Hefeweizenkolloqium konnte sie nicht widerstehen und soff den Dozenten mühelos unter den Tisch. Durch das Stout- und Ale-Praktikum rasselte sie mit null Punkten, weil sie alle Proben auf ex austrank, anstatt sie zu analysieren. Das große obergärige … Weiterlesen Eine Bierografie

Der Bierfrevler

Leopold steigt zögernd über die rote Treppe in das Gewölbe hinab. Er will es nicht schon wieder tun. Immerhin, er kostet. Bäh, keine Spur eines Gummibärengeschmacks! Trotz mehrmaliger intensiver Urgenz scheint sich die bekannte Brauerei vehement zu wehren, die gewünschte Zutat beizumischen. Leopold hasst aufgrund seines fortgeschrittenen Alters den bitteren Abgang. Was sollte er tun? … Weiterlesen Der Bierfrevler

Der Biergeist

Wir schreiben das Jahr 1913. Johann verließ nach einem geselligen Abend als Letzter die Gastwirtschaft. Da er für seinen Heimweg unter Berücksichtigung der vorliegenden Umstände ungefähr eine halbe Stunde einplanen musste, bewaffnete er sich mit einer Flasche Wieselburger mit hochmodernem Bügelverschluss, um unterwegs nicht an zu großem Durst zu leiden. Seine Gattin schlief zu diesem … Weiterlesen Der Biergeist

Die fünf Biere Heinrichs VIII.

Nach der Scheidung von seiner ersten Gattin Katharina von Aragón schmeckte Heinrich dem VIII. das Bier, dem er in der königlichen Kneipe ausgiebig zusprach, ganz vorzüglich. Nach der Enthauptung seiner zweiten Frau Anne Boleyn, zu der seine Zuneigung abgekühlt war, erwärmte sich der König abermals für das köstliche Bier. Auch nach dem Tod seiner dritten … Weiterlesen Die fünf Biere Heinrichs VIII.

Gastbeitrag: Wie es kam, dass Herr Emm eine Bierausschank eröffnete

Herr Emm hatte die Angewohnheit, an Preisausschreiben teilzunehmen. Ein harmloses Vergnügen, das ihm aber verleidet wurde, als der seiner Wohnung gegenüberliegende Postkasten von eben dieser Post demontiert wurde. Doch nicht nur dieser, nein, auch alle anderen an seinen tagtäglichen Wegen gelegenen Postkästen waren den Emails gewichen. So sammelte Herr Emm weiterhin fleißig die Teilnahmekarten diverser … Weiterlesen Gastbeitrag: Wie es kam, dass Herr Emm eine Bierausschank eröffnete

Das Lied

  Unter dem gemauerten Rundbogen machte ich Frank die Räuberleiter. Er stieg mit seinen staubigen Stiefeln auf meine Schultern und richtete sich auf. Ich schob schwitzend die Gitarre nach oben und hielt das Gleichgewicht. "Was soll ich tun?", sagte Frank. „Spiel!“, verlangte ich. Ich schlug der braunen Flasche den Kopf ab. Frank fing den Flaschenhals, … Weiterlesen Das Lied